27. August 2025

HÄPPI in Schwäbisch Hall: Staatssekretärin Kurtz besucht Pilotpraxis

v.l.: Dr. Susanne Bublitz, Dr. Jan Fedorcak, Merve Kilicaslan, Arnulf von Eyb MdL, Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL, Peter Klink
Wie kann die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum langfristig gesichert und modern gestaltet werden? Mit dieser Frage im Gepäck besuchten Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL und der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb die HÄPPI-Pilotpraxis von Dr. Jan Fedorcak in Schwäbisch Hall. Vor Ort informierten sie sich über das innovative HÄPPI-Konzept („Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“), das durch interprofessionelle Teams und digitale Lösungen neue Wege in der hausärztlichen Versorgung eröffnet.

 

Bereits zu Beginn des Austauschs unterstrich Dr. Susanne Bublitz, Vorstandsvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg, die Bedeutung des Projekts: „Mit der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) und dem HÄPPI-Konzept setzen wir in Baden-Württemberg Maßstäbe für die gesundheitspolitische Zukunft. Die Bundesregierung fordert eine stärkere primärärztliche Steuerung – mit HZV und HÄPPI sind wir hier Vorreiter. Die Pilotphase hat gezeigt, dass interprofessionelle Teams und digitale Tools der Schlüssel zu einer modernen und nachhaltigen Versorgung sind.“

Das HÄPPI-Konzept baut auf eine enge Zusammenarbeit von Ärzt:innen mit akademischen und nicht-akademischen Gesundheitsfachkräften sowie den gezielten Einsatz digitaler Technologien auf Basis des Primärarztsystems HZV. Ziel ist es, die Kapazitäten der Praxisteams optimal zu nutzen, die Versorgungsqualität zu steigern und Hausärzt:innen zu entlasten.

Staatssekretärin des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg Sabine Kurtz MdL zeigte sich beim Rundgang durch die Praxis beeindruckt von der Umsetzung: „Im ländlichen Raum müssen die Menschen oftmals lange Wege auf sich nehmen, um zur nächsten Hausarztpraxis zu gelangen. Vor diesem Hintergrund sind innovative Konzepte gefragt, die eine optimale Nutzung und Weiterentwicklung der vorhandenen Ressourcen in der hausärztlichen Versorgung ermöglichen. Das HÄPPI-Konzept stellt genau einen solchen innovativen Ansatz dar. Dabei erhalten Hausärztinnen und Hausärzte mehr freie Kapazitäten, um der steigenden Zahl chronisch und mehrfach Erkrankter besser gerecht zu werden und sich verstärkt auf besonders komplexe Fälle konzentrieren zu können. Mit dem HÄPPI-Konzept wird somit ein entscheidender Beitrag geleistet, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu sichern und gleichzeitig die Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit nachhaltig zu erhöhen.“

Für Praxisinhaber Dr. Jan Fedorcak ist besonders die Teamarbeit im Alltag ein Gewinn: „Das HÄPPI hat uns auf unserem Weg zur Teampraxis eine sehr gute Struktur gegeben, um viele Patientinnen und Patienten qualitativ hochwertig zu betreuen.“

Auch Peter Klink, Erster Bürgermeister von Schwäbisch Hall, sieht im Modellprojekt eine große Chance für die Region: „Ich freue mich, dass wir mit Herrn Dr. Jan Fedorcak einen engagierten Arzt haben, der bereit ist, mit HÄPPI ein neues hausärztliches Versorgungsmodell zu erproben. Gerade der ländliche Raum ist auf innovative Wege angewiesen, um auch in Zukunft eine effiziente, bedarfsgerechte und vor allem patientenorientierte Hausarztversorgung zu gewährleisten."

Das HÄPPI-Konzept wurde 2024 in einer sechsmonatigen Pilotphase in zehn Hausarztpraxen in Baden-Württemberg getestet, eine davon war die Praxis von Dr. Fedorcak. Die Pilotphase wurde durch den Kabinettsausschuss Ländlicher Raum Baden-Württemberg gefördert. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Modellprojekt wurden in einem Workbook für interessierte Praxen zusammengefasst. Ab Oktober 2025 wird das Konzept im HZV-Vertrag mit der AOK Baden-Württemberg in die Regelversorgung überführt. Praxen, die die Voraussetzungen erfüllen, erhalten gezielte Zuschläge für innovative Versorgungsstrukturen.

     

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