19. September 2025

Offener Brief an Ministerin Warken zur geplanten Apothekenreform

iStock/Teka77

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat gemeinsam mit mehreren ärztlichen Organisationen einen offenen Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verfasst. Hintergrund ist die geplante Apothekenreform, die aus Sicht der Verbände zwar wichtige Verbesserungen bringen kann, aber auch erhebliche Risiken für die Patientensicherheit birgt.

 

Apotheken als Partner – klare Rollen notwendig

Die Verbände würdigen die zentrale Rolle der Apotheken für die wohnortnahe Versorgung und die kompetente Beratung. Sie unterstützen ausdrücklich Reformen, die die wirtschaftliche Basis der Apotheken stärken, Fachkräfte sichern und Bürokratie abbauen. Besonders Maßnahmen zur Stärkung ländlicher Apotheken und flexiblere Notdienste werden begrüßt.

    Kritik an geplanten Aufgaben für Apotheken

    Mit Sorge betrachten die Unterzeichner jedoch die Überlegungen, Apotheken künftig Aufgaben zu übertragen, die ärztliche Qualifikation erfordern. Die Möglichkeit, verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Verordnung abzugeben, wird entschieden abgelehnt. Die Verbände warnen davor, das bewährte Vier-Augen-Prinzip aufzuweichen – denn nur so ist eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung gewährleistet.

    Skepsis gegenüber zusätzlichen Leistungen

    Auch die geplante Ausweitung von Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen in Apotheken sehen die Verbände kritisch. Sie verweisen darauf, dass Impfquoten vor allem durch ärztliche Begleitung steigen und Früherkennungsuntersuchungen in Apotheken das Risiko von falsch-positiven Befunden und unnötigen Belastungen für das Gesundheitssystem erhöhen.

    Wer steht hinter dem Brief?

    Der offene Brief wurde vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband gemeinsam mit folgenden Organisationen unterzeichnet: Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Bundesärztekammer, Marburger Bund, Hartmannbund, Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) und Virchowbund.

    Appell für Patientensicherheit und Dialog

    Die ärztlichen Verbände fordern die Ministerin auf, von Plänen zur Ausweitung ärztlicher Aufgaben in Apotheken Abstand zu nehmen und stattdessen auf eine klare Rollentrennung zu setzen. Sie bieten einen konstruktiven Dialog an, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die sowohl die Apotheken stärken als auch die Versorgung der Patient:innen verbessern.

    Weitere Informationen

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