06. März 2026

Delegierte setzen politischen Kurs für 2026

Video: Marvin Herzog / 24passion

Auf dem 24. Baden-Württembergischen Hausärztinnen- und Hausärztetag in Stuttgart haben die Delegierten des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg (HÄVBW) den politischen Fahrplan für das Jahr 2026 festgelegt. Auf der Tagesordnung standen eine klare Positionierung für ein hausärztlich koordiniertes Primärversorgungssystem auf Basis der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV), die Neuwahl des Vorstands sowie Abstimmungen über politische Anträge und Positionen.
 

Primärversorgungssystem nur mit starker Hausarztpraxis – HZV als Grundlage

Mit Blick auf die von der Bundesregierung geplante Einführung eines verbindlichen Primärversorgungssystems fordern die Delegierten, die Hausarztpraxis konsequent als koordinierende Instanz der Primärversorgung zu stärken und das evaluierte HZV-System als zentrale Grundlage der Reform zu nutzen. Digitale Lösungen müssten sinnvoll integriert werden – und die Reform müsse spürbar zur nachhaltigen Sicherung der hausärztlichen Versorgung beitragen.

Die Delegierten bekräftigten dazu fünf Kernpunkte:
 

  1. Klare hausärztliche Steuerung statt Zersplitterung:
    Ein Primärversorgungssystem braucht verbindliche Zuständigkeiten mit der Hausarztpraxis als erster Anlaufstelle. Parallele Erstkontaktwege ohne Anbindung an die Hausarztpraxis werden abgelehnt.
  2. Hausärztliche Versorgung strukturell stärken:
    Hausarztpraxen müssen entlastet und als Fundament der Versorgung politisch abgesichert werden. Das Zukunftskonzept HÄPPI soll dabei als Zukunftsbaustein dienen.
  3. Digitalisierung gezielt und praxisnah umsetzen:
    Digitale Angebote müssen an Hausarztpraxen angebunden sein. Nötig sind standardisierte Schnittstellen, Förderung sowie Bürokratieabbau durch funktionierende digitale Prozesse.
  4. Erfahrungen aus Baden-Württemberg nutzen:
    Die HZV-Erfahrungen – inklusive Evaluation und Strukturinnovationen – sollen systematisch in die Bundesreform einfließen. Bewährte wettbewerbliche Innovationen dürfen nicht geschwächt werden.
  5. Zukunft und Niederlassung sichern:
    Die Allgemeinmedizin muss in Studium und Weiterbildung gestärkt, Bürokratie reduziert und Weiterbildungsverbünde gefördert werden. Für die Niederlassung braucht es geeignete finanzielle und familienfreundliche Rahmenbedingungen.

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-> Pressemitteilung zum Leitantrag

 

Doppelspitze und Vorstand im Amt bestätigt

Turnusgemäß wählten die Delegierten die Verbandsvorsitzenden sowie den geschäftsführenden Vorstand neu. Dabei sprachen sie Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Susanne Bublitz erneut ihr Vertrauen aus. Auch die weiteren Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands wurden in ihren Ämtern bestätigt.

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Weitere Beschlüsse: Gesundheitskompetenz an Schulen und praxistaugliche ePA

Darüber hinaus forderten die Delegierten die Landespolitik auf, beim Thema Gesundheitskompetenz an Schulen deutlich mehr zu tun. Es gebe gute Modellprojekte, die verstetigt und weitergeführt werden müssten. Außerdem bekräftigten sie die Forderung nach einer praxistauglichen elektronischen Patientenakte (ePA), die einen echten Mehrwert für die Versorgung schafft.

 

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