18. Mai 2026
Unsere Forderungen wurden gehört: Hausärztliche Themen im Koalitionsvertrag
Landtag von Baden-Württemberg
Die grün-schwarze Landesregierung hat ihren Koalitionsvertrag beschlossen. Für die hausärztliche Versorgung in Baden-Württemberg ist das ein wichtiges Signal. Mit einer klar gestärkten hausärztlichen Primärversorgung, multiprofessionellen Praxismodellen und dem ausdrücklichen Bekenntnis zu HÄPPI finden sich zentrale Anliegen des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg (HÄVBW) im Vertrag wieder.
HÄPPI ausdrücklich genannt
Unser Versorgungskonzept „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“, kurz HÄPPI, wird im Koalitionsvertrag explizit aufgeführt. Gemeinsam mit der Telemedizin messen die Koalitionspartner dem Konzept eine besondere Bedeutung für die Versorgung im ländlichen Raum bei (S. 121).
Multiprofessionelle Praxismodelle im Fokus
Auch im Gesundheitskapitel setzt der Vertrag dort an, wo der HÄVBW seit Jahren Impulse gibt: Die Koalition will „innovative Versorgungsstrukturen“ stärken und „multiprofessionelle Praxismodelle“ etablieren, die in der Primärversorgung „zu zentralen Anlaufstellen für Patientinnen und Patienten werden und mittels Case-Management eine zielgerichtete Steuerung sowie eine kontinuierliche und koordinierte Betreuung gewährleisten“ (S. 89). Genau dafür stehen HÄPPI und die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) in Baden-Württemberg.
Hinzu kommen weitere anschlussfähige Punkte: Das Förderprogramm „Landärzte“ soll weiterentwickelt, telemedizinische Lösungen ausgebaut und ein sicherer, sektorenübergreifender Datenaustausch zwischen Praxen, Kliniken und öffentlichem Gesundheitsdienst geschaffen werden (S. 89) – allesamt Bausteine aus unserem Forderungspapier zur Landtagswahl.
Ergebnis aktiver Verbandsarbeit
Dass diese Themen Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden haben, ist kein Zufall. Der HÄVBW hat sich im Wahlkampf aktiv eingebracht, das Gespräch mit politischen Entscheider:innen gesucht und konkrete, umsetzbare Vorschläge platziert: von der Rückendeckung für die HZV über die Förderung digitaler und multiprofessioneller Praxisstrukturen bis zur gezielten Begleitung der HÄPPI-Transformation.
Unser Fazit: Rückenwind für die nächsten Schritte
Die Landespolitik hat zugehört – ein wichtiger Etappenerfolg. Nun gilt es, die vereinbarten Punkte mit Leben zu füllen. Wir werden die Umsetzung eng begleiten und gemeinsam mit der neuen Landesregierung dafür sorgen, dass die Maßnahmen im Sinne der Hausarztpraxen und ihrer Teams ausgestaltet werden. Diesen Rückenwind nehmen wir zugleich mit nach Berlin: Auch bei den anstehenden bundespolitischen Weichenstellungen rund um ein gesteuertes Primärarztsystem setzen wir darauf, dass auf bewährte Strukturen wie die HZV und innovative Konzepte wie HÄPPI gebaut wird.
Quelle: Koalitionsvertrag Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg und CDU Baden-Württemberg 2026–2031
Weitere Informationen
Den Koalitionsvertrag finden Sie unter: haevbw.de/ltw.