13. August 2026
Zwei Rekorde, ein System: Hausarzt- und Facharztverträge der AOK Baden-Württemberg so stark wie nie
Starke Entwicklung, starkes Signal: Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) im Vertrag mit der AOK Baden-Württemberg hat 2025 die Marke von 2,1 Millionen überschritten, und auch das angeschlossene Facharztprogramm hat die Millionengrenze geknackt. Dieser doppelte Rekord zeigt, dass die HZV als hausärztlich gesteuertes Primärversorgungssystem in der Praxis überzeugt.
Wachstum auf ganzer Linie
Ende 2025 nahmen mehr als 2,1 Millionen Versicherte der AOK Baden-Württemberg am gemeinsamen HZV-Vertrag mit dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg teil – ein Zuwachs von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das gemeinsame Facharztprogramm mit der Bosch BKK verzeichnete einen Meilenstein: Erstmals wurde die Millionenmarke überschritten, insgesamt stiegen die Teilnehmendenzahlen beider Programme um 9,5 Prozent. Auf Arztseite wuchs die HZV auf 5.867 Haus- und Kinderärzt:innen inklusive Angestellter (plus 3,2 Prozent), im Facharztprogramm versorgten 3.351 Fachärzt:innen sowie Psychotherapeut:innen die Versicherten (plus 2,4 Prozent).
Diese Zahlen belegen eindrücklich: Das System überzeugt – Patient:innen und Ärzt:innen setzen zunehmend auf die strukturierte Versorgung im Rahmen der HZV.
Bessere Vergütung, weniger Aufwand
Parallel zu den wachsenden Teilnehmerzahlen entwickeln sich auch die Vertragsinhalte kontinuierlich weiter. Nach erfolgreichen Verhandlungen ist zum 1. Juli 2026 beispielsweise die Grundpauschale P2 auf 43 Euro pro Quartal gestiegen – ab April 2027 steigt sie weiter auf 46 Euro. Das bringt eine spürbare Verbesserung für alle teilnehmenden Praxen.
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Auch in der Palliativversorgung gibt es dank der erfolgreichen Vertragsverhandlungen positive Neuerungen: Zum 1. Oktober 2026 werden die bisherigen Einzelziffern in einer neuen einheitlichen Pauschale P7 in Höhe von 140 Euro pro Quartal zusammengeführt. Die Überführung der Einzelleistungen in die pauschale Vergütung steht exemplarisch für die monetäre Zielsetzung in der HZV: faire und angemessene Vergütung der Hausarztpraxen bei gleichzeitig reduziertem Abrechnungsaufwand.
Koordinierte Versorgung, die funktioniert
Die Wirkung der HZV ist nicht nur an den Vertragsteilnahmen ablesbar. Ebenfalls beeindruckende Belege liefert eine Anfang 2026 veröffentlichte Evaluation der Universitäten Heidelberg und Frankfurt/Main. Demnach gab es im Jahr 2022 bei den Patient:innen, die am Hausarztprogramm der AOK BW teilnehmen, 1,36 Millionen weniger unkoordinierte Facharztbesuche ohne Überweisung. Neben diesem positiven Effekt im Bereich der Patientensteuerung steht die HZV zudem für eine höhere Versorgungsqualität, insbesondere bei chronisch Kranken: Hochrechnungen zufolge konnten 2011 bis 2022 bei Diabetiker:innen mehr als 9.200 schwerwiegende Komplikationen vermieden werden – darunter rund 700 Amputationen sowie etwa 4.800 Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Ein System mit Vorbildcharakter
Dr. Susanne Bublitz und Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg, bringen es auf den Punkt: „Der Erfolg der HZV ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von 18 Jahren konsequenter Arbeit – mit mehr Qualität bei geringeren Gesamtkosten." Ihr Appell an die Bundespolitik ist klar: Beim anstehenden Bundesgesetz zur Primärversorgung muss genau nach Baden-Württemberg geschaut werden.
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Weiterführende Informationen finden sie unter neueversorgung.de.