22. Januar 2026
HZV erneut evaluiert: Das Primärarztsystem der Zukunft
So funktioniert die HZV als Primärarztsystem
Die HZV stärkt die Hausarztpraxis als erste Anlaufstelle und zentrale Steuerungsinstanz der ambulanten Versorgung. Sie ordnet Behandlungspfade, reduziert unkoordinierte Facharztkontakte und sorgt für klare Verantwortlichkeiten – mit messbaren Effekten auf Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die jüngsten Auswertungen für 2021 und 2022, durchgeführt vom Universitätsklinikum Heidelberg und der Goethe-Universität Frankfurt, belegen eine deutlich intensivere hausärztliche Betreuung: 2022 konnten im Vergleich zur Regelversorgung mehr als 1,36 Millionen unkoordinierte Facharztkontakte vermieden werden. Das zeigt, dass die hausärztliche Koordinationsfunktion in der Praxis wirkt.
Zahlen und Fakten aus dem Evaluationsbericht
- 1.360.000 unkoordinierte Facharztkontakte weniger in der HZV (2022, S. 28).
- 24.653 verhinderte Krankenhausaufnahmen in der HZV (2022, S. 29).
- 24.436 zusätzliche Influenza-Impfungen bei älteren Versicherten in der HZV (2022, S. 51).
Bessere Wirkung für chronisch Erkrankte
Besonders profitieren ältere und chronisch kranke Menschen. Die Evaluation weist geringere Komplikationsraten bei Diabetes aus, weniger Krankenhausaufnahmen bei Herzinsuffizienz und COPD sowie eine signifikant niedrigere Sterblichkeit bei kardiovaskulären Erkrankungen. Diese Vorteile sind über Jahre stabil und belegen die nachhaltige Wirksamkeit des primärärztlichen Systems.
Zahlen und Fakten
- 89.306 Krankenhaustage weniger bei älteren Patient:innen (HZV vs. RV) im Jahr 2022 (S. 28).
- 5.746 verhinderte Herzinfarkte bei KHK-Patient:innen in der HZV (S. 104).
- 7.463 weniger Fälle potenziell inadäquater Medikation bei älteren Patient:innen (2022, S. 29).
- 736 weniger Amputationen bei Menschen mit Diabetes seit 2011 (S. 25).
- 9.200 verhinderte diabetesbedingte oder -assoziierte Komplikationen seit 2011 (S. 86).
Belastungsprobe Pandemie: HZV bleibt stabil
Die Corona-Pandemie war ein Härtetest für die Versorgung – und die HZV hat ihn bestanden. Während in Teilen der Regelversorgung Versorgungslücken entstanden, blieb die Betreuung in HZV-Praxen kontinuierlich. Chronisch Erkrankte wurden eng begleitet, Komplikationen früh erkannt und behandelt. Modellanalysen zeigen in der HZV konstante oder höhere Hausarztkontakte, ein persistierend niedrigeres Risiko für Herzinfarktdiagnosen und geringere COPD-bedingte Hospitalisierungen als in der Regelversorgung. Das bestätigt die besondere Resilienz der HZV-Strukturen in Krisenzeiten.
Wirtschaftlichkeit: Weniger Gesamtkosten trotz mehr ambulanter Leistungen
Auch ökonomisch überzeugt die HZV. Trotz höherer Investitionen im hausärztlichen Bereich liegen die Gesamtausgaben pro Versichertem niedriger: Für 2021 weist die Evaluation 4,3 Prozent geringere Gesamtkosten aus – im Schnitt 169 Euro weniger pro Versichertem. Die Einsparungen entstehen vor allem durch weniger vermeidbare Krankenhausaufenthalte und eine sicherere, effizientere Arzneimitteltherapie – bei gleichzeitig höherer Versorgungsqualität.
Zahlen und Fakten
- 169 Euro geringere Gesamtkosten pro HZV-Versicherten (2021, S. 16).
- 10 Prozent geringere Krankenhauskosten für HZV-Versicherte (2021, S. 16).
Entlastung der Notfallversorgung
Gleichzeitig erhöht die HZV die Versorgungssicherheit und entlastet das Notfallsystem spürbar: HZV-Versicherte nutzen Rettungsdienste, Notaufnahmen und den ambulanten Bereitschaftsdienst deutlich seltener als in der Regelversorgung. Kontinuierliche hausärztliche Betreuung ermöglicht frühe Diagnostik, rechtzeitige Behandlung und engmaschige Begleitung. So entstehen viele Notfälle erst gar nicht. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Entlastung überlasteter Notfallstrukturen und des stationären Sektors – ein Kernnutzen der hausärztlichen Steuerung.
Skalierbarkeit und Datenbasis: HZV im großen Maßstab
Die Skalierbarkeit ist erwiesen. In Baden-Württemberg sind über zwei Millionen Versicherte im HZV-Vertrag der AOK eingeschrieben – insgesamt gibt es 3,3 Mio. HZV-Versicherte im Land. Bundesweit werden bereits über zehn Millionen Menschen hausarztzentriert versorgt. Die umfassende Datenbasis, die methodische Adjustierung relevanter Einflussfaktoren – darunter Alter, Geschlecht, Komorbidität (Charlson-Index), Pflegegrad, DMP-Teilnahme und Praxismerkmale – sowie die langfristige Beobachtung über zwölf Jahre sichern die Robustheit der Ergebnisse.
Mit der HZV ist das Primärarztsystem bereits Realität
Die politische Schlussfolgerung ist eindeutig: Das Primärarztsystem ist in Deutschland keine Zukunftsmusik, sondern in der HZV gelebte Versorgungspraxis. Die HZV verbindet hausärztliche Steuerung, Teamarbeit und sektorenübergreifende Behandlungspfade zu einem System, das Versorgung verbessert, Patientensicherheit erhöht, Notfälle vermeidet und Kosten stabilisiert. Wenn die Bundesregierung ein verbindliches Primärarztsystem bundesweit einführen will, kann sie auf die HZV als bewährtes, evaluiertes und skalierbares System setzen.
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